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Die Lese-Rechtschreib-Störung zählt zur Gruppe der
umschriebenen Entwicklungsstörungen. Im ICD-10 werden folgende
Diagnosekategorien unterschieden:
- Kombinierte LRS, bei der Leseprozess als auch das Rechtschreiben deutlich hinter der vom Alter her zu erwartenden Leistung zurückbleibt;
- isolierteRechtschreibstörung, bei der sich die Schwierigkeiten auf das Rechtschreiben
beschränken.
Ursachen sind neben der häufig genannten genetischen
Übertragbarkeit und Defiziten im Lernverhalten sowie in der familiären und
schulischen Förderung auch:
Auditive Verarbeitungsstörungen als Störungen der phonologischen Bewusstheit. Zu ihnen zählen die
auditive Ordnungsschwelle, das Richtungshören, die Tonhöhenunterscheidung und
das Laut-Unterscheidungsvermögen. So kann beispielsweise die Graphem
(Buchstabe) – Phonem (Laut) –Verknüpfung vom Kind nur schwer oder gar nicht
geleistet werden. Sie ist jedoch Voraussetzung für das Zergliedern von Wörtern
in Laute (beim Lesen) bzw. von Lauten in Wörter (beim Schreiben) unerlässlich. Für
Betroffene ist ebenso markant, dass sie Prosodie und Syntax eines Satzes nicht
klar erkennen können.
Visuelle Verarbeitungsstörungen: Rückstände in der visuellen
Ordnungsschwelle, der Binokularen Fusion (Winkelfehlsichtigkeit), dem
Zusammenspiel von Fixation und Sakkade beim Lesen als auch der
Blicktüchtigkeit. Buchstaben und Wörter können nicht oder nicht schnell genug
erfasst und weiterverarbeitet werden.
Es müssen jedoch auch Aspekte der motorischen Umsetzung
betrachtet werden. So haben eine effiziente Hemisphären-Koordination, eine
automatisierte Balancierfähigkeit, die Fähigkeit zügiger Entscheidungsabläufe
und das Erlernen neuer Automatisierungen auf das Lesen und Schreiben einen
nicht unerheblichen Einfluss.
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