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Etwa 320 000 Kinder in Deutschland leiden an dem im
Volksmund unter „Zappelphilipp-Syndrom“ bekannten Auffälligkeiten. Sie sind im Bereich der Aufmerksamkeit durch eine kurze
Aufmerksamkeitsspanne gekennzeichnet, leicht ablenkbar, wirken unkonzentriert, scheinen
nicht zuzuhören, vergessen oft und viel und haben keine Ausdauer. Ihre
Impulsivität lässt sich charakterisieren durch unüberlegtes Handeln,
unterbrechen und stören Anderer sowie eine geringe Frustrationstoleranz. Sie
können nicht warten, sind unorganisiert, unordentlich stimmungslabil und reagieren
oft übermäßig. Die Kinder sind übermäßig aktiv, immer in Bewegung, nur schwer
ruhig zu halten, bekommen dabei selten etwas fertig und beginnen viele Dinge
gleichzeitig.
Jedoch ist nicht jedes Kind, das lebendig wirkt, ein AD(H)S - Kind. Viel zu häufig erzählen Eltern, dass ihre Kinder medikamentös behandelt werden. Und ebenso häufig ist dies völlig unnötig. Ursachen für eine so genannte Verhaltensauffälligkeit (ob mit oder ohne Hyperaktivität) liegen durchaus auch in den Wahrnehmungsbereichen. Eine gezielter Abbau dieser Defizite und eine entwicklungsphysiologisches Training wirken oft Wunder.
Viel zu verbreitet ist die medikamentöse Behandlung betroffener
Kinder. So hat sich die Verschreibung in den letzten Jahren ver-300facht. Die
Medikamente wirken sehr schnell jedoch nur kurzzeitig. Bekannt ist auch, dass
die Wirkung mit der Behandlungsdauer nachlässt. Da diese Medikamente lediglich
bestimmte Symptome unterdrücken, sollten sie nicht als Heilmittel angesehen
werden.
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